Hirtentäschel hilft

Hirtentäschel ist ein sehr unspektakuläres Kraut, das meist unbeachtet an Wegrändern, auf Wiesen, in Gärten, an Böschungen und im Ackerrain wächst. Die Pflanze bevorzugt nährstoffreiche Böden und ist ein auf der ganzen Welt verbreiteter Kulturfolger. Auf bis zu einem halben Meter hohen Stengeln trägt sie kleine weiße Blüten, die sich im Laufe der Zeit zu den herzförmigen Täschchen entwickeln, die dem Kraut seinen Namen gegeben haben. Im Volksmund wird die Pflanze oft als Bettseicherle bezeichnet, und die Kinder erzählen sich, man würde nachts ins Bett machen, wenn man sie pflückt. Diese alte Mär deutet bereits auf die ausleitende Wirkung des Hirtentäschels hin. Die Wirkungen der Pflanze sind vielfältig, besonders für die Frau kann sich Hirtentäscheltinktur bei Problemen des Unterleibs positiv auswirken. Trotz seines unscheinbaren Mauerblümchendaseins birgt der Hirtentäschel ein ungeahntes Potential an Heilkräften in sich.

EIN GUTER GEIST FÜR DIE FRAU

Die alkoholische Hirtentäscheltinktur erweist sich in vielen Fällen als guter Kräutergeist für die Frau. Der heilsame Trunk bewirkt ein Zusammenziehen und Abdichten der Gefäße und hat somit einen blutstillenden Effekt. Eine häufige Indikation sind daher allzu starke Regelblutungen. Wegen seiner anregenden Wirkung auf die Gebärmutterkontraktionen wird das Hirtentäschelkraut in anderen Fällen aber auch zur Menstruationsförderung eingesetzt. Die Pflanze hat darüber hinaus wehensteigernde Effekte und kann die Geburt beschleunigen. Aus diesem Grund darf sie keinesfalls in der frühen Schwangerschaft angewandt werden. In diesen Fällen trinkt die Frau selbstverständlich einen Kräutertee anstatt der alkoholischen Hirtentäscheltinktur. Aber nicht nur bei frauenspezifischen Problemen kommt der Hirtentäschel zur Anwendung, sein Wirkspektrum hat noch viel mehr zu bieten.

UNSCHEINBARES KRAUT MIT HEILSAMER WIRKUNG

So unscheinbar der Hirtentäschel auch aussehen mag, als Heilkraut hat er es wirklich in sich. Scheinbar widersprüchliche Wirkungen, wie beispielsweise den einerseits anregenden aber andererseits auch regulierenden Effekt auf die Menstruation, vereint der Hirtentäschel ganz selbstverständlich in einer Pflanze. Diese Ambivalenz zeigt sich auch bei der Blutdruckbehandlung mit Hirtentäscheltinktur. Man kann sie sowohl bei zu hohem als auch bei zu niedrigem Blutdruck einsetzen, in beiden Fällen hat das Kraut regulierende Wirkungskraft auf die Blutgefäße. Von diesem Effekt profitiert der Patient auch bei Krampfadern und Hämorrhoiden. Darüber hinaus macht man sich den gefäßregulierenden Effekt von Hirtentäschel in verschiedenen Darreichungsformen bei der Behandlung von Blutungen aller Art zunutze. Bei Nasenbluten kann man das getrocknete Kraut beispielsweise schnupfen.

Bei Magenblutungen wird ein Teeaufguss empfohlen. Der stoffwechselfördernden Wirkung von Hirtentäscheltinktur bedient man sich bei Krankheiten wie Arteriosklerose, Rheuma oder auch bei Verdauungsbeschwerden. Außerdem kann das Kraut dadurch den Körper beim Abnehmen unterstützen. Aber damit nicht genug der segensreichen Wirkungen des Hirtentäschels. Das Kraut wirkt außerdem entzündungshemmend und kann daher ebenfalls bei Erkältungen und Atemwegsinfektionen eingenommen werden. Tee und Tinktur können zudem auch äußerlich angewendet werden. Waschungen und Umschläge können den Heilungsprozess der Haut ebenso fördern wie getrocknetes Kräuterpulver, das direkt auf Wunden gestreut werden kann.

Die Indikationen der Hirtentäscheltinktur auf einen Blick:

  • Blutungen
  • Menstruationsblutung
  • Magenblutung
  • Nierenblutung
  • Schwangerschaft und Geburt
  • Wehenanregung
  • Geburtsbeschleunigung
  • Kreislauf
  • Hoher Blutdruck
  • Niedriger Blutdruck
  • Allgemeine Kreislaufschwäche
  • Verdauung
  • Magenstärkung
  • Verstopfung
  • Entzündungen und Haut
  • Erkältung
  • Atemwegsinfekte
  • Wunden
  • Ekzeme
  • Stoffwechsel und Gefäße
  • Arteriosklerose
  • Rheuma
  • Gicht
  • Krampfadern
  • Hämorrhoiden

HIRTENTÄSCHELTINKTUR SELBST ANSETZEN NACH MARIA TREBEN

Eine Hirtentäscheltinktur kann man sich auch ganz leicht zu Hause selbst herstellen. Schon die weise Kräuterfrau Maria Treben hat in ihrem berühmten Werk ‚Gesundheit aus der Apotheke Gottes‘ dafür ein einfaches Rezept zur Verfügung gestellt. Dazu schneidet man die ganze Pflanze in möglichst kleine Stücke. Die Pflanzenstückchen werden in einem verschließbaren Glasgefäß mit 40 prozentigem Korn oder Obstler übergossen. Das Kraut muss dabei vollständig mit Flüssigkeit bedeckt werden. Dann wird das Gefäß dicht verschlossen. Der Aufguss muss jetzt 14 Tage lang in der Wärme ruhen. Am besten stellt man es dazu an ein sonniges Fenster. Ab und zu rührt man den Kräuteransatz gut um. Nach 14 Tagen Ruhezeit wird die Hirtentäscheltinktur abgegossen und ist bereit zur heilsamen Anwendung. Als maximale Dosierung wird die Einnahme von nicht mehr als 5 x 30 Tropfen pro Tag empfohlen. Wer die Mühe des Kräuter Sammelns und Ansetzens scheut, kann die Tinktur natürlich auch fertig kaufen. Schließlich ist auch nicht jeder Mensch kräuterkundig genug, dass er sich die zweifelsfreie Identifizierung des Hirtentäschels zutraut. Beim Kauf einer fertig zubereiteten Tinktur geht man kein Risiko ein, hat aber dennoch die gleiche Wirkung zu erwarten wie bei der selbst angesetzten Mischung.